US-Diplomaten auf Kuba mit Energie-Waffen angegriffen (2016)

Rückblende: Es klingt wie aus einer Episode der Serie „Akte X“ oder einem Spionage-Thriller aus der Zeit des Kalten Krieges: Im vorigen Dezember wurden in der US-Botschaft in Kubas Hauptstadt Havanna plötzlich 16  Diplomaten und Mitarbeiter krank.

Die Symptome:
mysteriöse Schwindelanfälle, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen oder Gehör-Verlust.

Es dauerte ganze zwei Monate, bis die Amerikaner stutzig wurden und endlich ein wiederkehrendes Muster bei der Welle der Erkrankungen erkannten.

Inzwischen hat das Außenministerium in Washington den mutmaßlichen Auslöser bekanntgegeben:  Eine Maschine, die so genannte „sonic waves“ ausstrahlte  – unhörbare Schallwellen!

Laut dem TV-Sender „CBS“ erlitt einer von ihnen traumatischen Hirnverletzungen und Schäden des zentralen Nervensystems. Bei einem anderen wurde eine gefährliche Bluterkrankung diagnostiziert.

Fest steht: Seit die USA auf die Attacken aufmerksam geworden sind, haben sie aufgehört.

Und die Zielscheiben waren nicht nur Amerikaner, sondern auch Angestellte der kanadischen Botschaft.

Allerdings waren es nicht die hochbewachten Botschaften, in den es zu den Schall-Attacken gekommen sein soll, sondern die Häuser und Wohnungen der Diplomaten.

US-Außenminister Tillerson dürfte sich an seinen Lieblingsroman „Atlas Shrugged“ der russisch-amerikanischen Autorin Ayn Rand erinnert haben. Die leidenschaftliche Gegnerin des Kommunismus und Anhängerin des reinen Kapitalismus hatte in ihrem ideologischen Epos aus dem Jahre 1957 bereits von einer Schall-Waffe berichtet.

Im Jahre 2001 berichtete das Nationale Institut für Gesundheit in Bethesda (Maryland) dann, dass „Infrasound“ – also vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbare Schallwellen – tatsächlich als Waffe eingesetzt werden kann. Das Institut hatte damals Testpersonen akustischer Energie ausgesetzt, die eine Wellenlänge von 17 Metern oder mehr hatten.

Ergebnis: Schon nach 15 Minuten klagten die Probanden an Müdigkeit, Apathie, Orientierungslosigkeit oder „Vibrationen der inneren Organe“.

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Die amerikanische Regierung zieht wegen rätselhafter Erkrankungen mehrerer Botschaftsmitarbeiter mehr als die Hälfte ihres Personals aus Havanna ab. Bis die kubanische Regierung „die Sicherheit der US-Regierungsbeschäftigten sicherstellen kann“, werde es in der diplomatischen Vertretung nur noch eine Notbesetzung geben, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Außenministeriums. Visa würden für unbefristete Zeit nicht mehr ausgestellt.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Botschaftsmitarbeiter in Havanna Gehörerkrankungen erlitten, viele klagten über Schwindel. Die ersten Fälle waren dem US-Außenministerium zufolge 2016 bekannt, als 21 Menschen erkrankten. Einige der Betroffenen hätten dauerhaft ihr Gehör verloren. Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen gewesen.

Die US-Regierung vermutet hinter den Erkrankungen gezielte Angriffe durch Kuba. Die Diplomaten könnten demnach absichtlich Schall ausgesetzt worden sein. Verantwortliche konnten den Regierungsvertretern zufolge aber noch nicht identifiziert werden.

ZEIT Online vom 29.Sep 2017


 

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