P300-Potential als Lügendetektor

Eine neue Art von Lügendetektor setzt sich durch.

In einem spektakulären Verfahren wurde ein angeblicher Mörder mit der neuen
Methode nach 25 Jahren aus der lebenslangen Haft befreit.

Um die Lüge direkt am Ort ihrer Entstehung, nämlich im Gehirn, zu fassen, zogen die beiden Psychologen Lawrence Farwell und Emanuel Donchin an der University of Illinois Anfang der neunziger Jahre mit Förderung durch die CIA das „P300- Potenzial“ zu Rate.
Das ist eine Ausbuchtung im Hirnstromwellenbild (EEG), die genau 300 Millisekunden nach der Wahrnehmung eines bedeutsamen oder ungewöhnlichen Reizes auftritt. Die Zacke entsteht nur dann, wenn Dinge, Bilder oder Objekte aus dem Einerlei unwichtiger Dinge herausragen.

Wenn die Ermittler das P300-Potenzial als Lügendetektor nutzen wollen, müssen sie das Tatwissen – also Informationen, die nur der Schuldige und die Polizei besitzen – so präsentieren, dass sie dem Täter die verräterische Aha-Zacke im EEG entlocken.
Das können Einzelheiten vom Tatort wie eine Türverzierung oder ein roter Vorhang sein. Diese Insider-Fakten werden derart in eine Serie von neutralen Elementen (andere Einrichtungsutensilien) eingestreut, dass sie nur für Tatbeteiligte aus der Reihe tanzen: Der P300-Ausschlag zeigt, dass der rote Vorhang für den Schuldigen kein normales Einrichtungsobjekt ist.

Quelle: Der P300-Beweis – bild der wissenschaft – 1.7.2003

 

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